Bava Metzia 115

Kapitel 115

א נשבעין לגזברין ואם לאו נשבעין לבני העיר ובני העיר שוקלין אחרים תחתיהן נמצאו או שהחזירום הגנבים אלו ואלו שקלים הם ואין עולין להם לשנה הבאה
1 den Schatzmeistern einen Eid; wenn aber nicht, so leisten sie den Bewohnern der Stadt einen Eid, und diese müssen andere Šeqalim entrichten. Finden sie sich später ein, oder bringen die Diebe sie zurück, so sind diese und jene Šeqalimsteuer, ohne ihnen im nächsten Jahre angerechnet zu werden!?
ב אמר שמואל הכא בנושא שכר עסקינן ונשבעין ליטול שכרן אי הכי נשבעין לגזברין לבני העיר מבעי ליה אמר רבה נשבעין לבני העיר במעמד גזברין כי היכי דלא נחשדינהו ואי נמי כי היכי דלא לקרו להו פושעים
2 Šemuél erwiderte: Hier wird von Lohnhütern gesprochen, die schwören müssen, um ihren Lohn zu erhalten. – Wieso müssen sie demnach den Schatzmeistern einen Eid leisten, sie sollten doch den Bewohnern der Stadt einen Eid leisten!? Rabba erwiderte: Sie leisten den Bewohnern der Stadt einen Eid in Gegenwart der Schatzmeister, damit diese sie nicht verdächtigen; oder auch, damit diese sie nicht fahrlässig nennen. –
ג והא נגנבו או שאבדו קתני ושומר שכר בגניבה ואבידה חיובי מיחייב והכא נמי נהי דשלומי לא משלמי אגרייהו מיהא לפסיד
3 Er lehrt ja aber vom Stehlen und Abhandenkommen, und Lohnhüter sind ja für Diebstahl und Abhandenkommen haftbar!? Zugegeben, daß sie nicht ersatzpflichtig sind, aber immerhin sollten sie ihren Lohn verlieren.
ד אמר רבה נגנבו בלסטין מזויין אבדו שטבעה ספינתו בים
4 Rabba erwiderte: Gestohlen, durch bewaffnete Räuber, abhanden gekommen, wenn das Schiff im Meere untergegangenist.
ה רבי יוחנן אמר הא מני ר"ש היא דאמר קדשים שחייב באחריותן יש להן אונאה ונשבעין עליהם
5 R. Joḥanan erklärte: Hier ist die Ansicht R. Šimo͑ns vertreten, welcher sagt, bei Heiligem, für das [der Eigentümer] haftbar ist, gebe es eine Übervorteilung, und man müsse wegen dessen schwören. –
ו התינח עד שלא נתרמה התרומה משנתרמה התרומה קדשים שאינו חייב באחריותן נינהו דתניא תורמין על האבוד ועל הגבוי ועל העתיד לגבות
6 Erklärlich ist dies von dem Falle, wenn [vom Gelde] noch nichts abgehoben worden ist, wenn aber [vom Gelde] abgehoben worden ist, ist es ja Heiliges, für das er nicht haftbar ist!? Es wird nämlich gelehrt: Man hebe ab für das Abhandengekommene, das Eingeforderteund das Einzufordernde!?
ז אלא א"ר אלעזר שבועה זו תקנת חכמים היא שלא יהו בני אדם מזלזלים בהקדשות:
7 Vielmehr, erklärte R. Elea͑zar, dieser Eid ist eine Anordnung der Weisen, damit man mit dem Heiligen nicht leichtfertig umgehe.
ח נושא שכר אינו משלם: רמי ליה רב יוסף בר חמא לרבה תנן נושא שכר אינו משלם ורמינהי השוכר את הפועל לשמור את הפרה לשמור את התינוק לשמור את הזרעים אין נותנין לו שכר שבת לפיכך אין אחריות שבת עליו
8 D<small>ER</small> L<small>OHNHÜTER SIE NICHT ZU BEZAHLEN</small>. R. Joseph b. Ḥama wies Rabba auf einen Widerspruch hin. Wir haben gelernt, der Lohnhüter brauche nicht zu bezahlen, und dem widersprechend wird gelehrt: Wenn jemand einen Tagelöhner mietet, die [rote] Kuhzu bewachen, Kinder zu bewachen, Saatenzu bewachen, so erhält er keinen Lohn für den Šabbath, daher ist er am Šabbath nicht haftbar.
ט היה שכיר שבת שכיר חדש שכיר שנה שכיר שבוע נותנין לו שכר שבת לפיכך אחריות שבת עליו מאי לאו לשלם
9 Ist er aber auf eine Woche, einen Monat, ein Jahr oder ein Septennium gemietet, so zahle er ihm den Lohn auch für den Šabbath; daher ist er auch am Šabbath haftbar. Doch wohl hinsichtlich der Ersatzleistung!? –
י לא להפסיד שכרו אי הכי רישא דקתני אין אחריות שבת עליו הכי נמי דלהפסיד שכרו ומי אית ליה שכר שבת והא קתני אין נותנין לו שכר שבת אשתיק
10 Nein, hinsichtlich des Verlustes seines Lohnes. – Demnach ist auch im Anfangsatze, in dem er lehrt, er sei am Šabbath nicht haftbar, zu verstehen, hinsichtlich des Verlustes seines Lohnes; aber erhält er denn einen Lohn für den Šabbath, er lehrt ja, daß er ihm keinen Lohn für den Šabbath zahle!? Da schwieg er.
יא א"ל מידי שמיע לך בהא א"ל הכי אמר רב ששת בשקנו מידו וכן א"ר יוחנן בשקנו מידו:
11 Darauf sprach er zu ihm: Hast du etwas darüber gehört? Jener erwiderte: R. Šešeth erklärte: wenn er es ihm zugeeignet hat. Ebenso erklärte auch R. Joḥanan: wenn er es ihm zugeeignet hat.
יב ר"ש אומר קדשים שחייב באחריותן יש להן אונאה ושאינו חייב באחריותן אין להן אונאה: תני תנא קמיה דר' יצחק בר אבא
12 R. Š<small>IMO͑N SAGT, BEI</small> H<small>EILIGEM, FÜR DAS</small> [<small>DER</small> E<small>IGENTÜMER</small>] <small>HAFTBAR IST, GEBE ES EINE</small> Ü<small>BERVORTEILUNG, UND FÜR DAS ER NICHT HAFTBAR IST, GEBE ES KEINE</small> Ü<small>BERVORTEILUNG</small>. Ein Jünger rezitierte vor R. Jiçḥaq b. Abba:
יג קדשים שחייב באחריותן חייב שאני קורא בהן בה' וכחש ושאינו חייב באחריותן פטור שאני קורא בהן בעמיתו וכחש
13 Wegen des Heiligen, für das [der Eigentümer] haftbar ist, ist man schuldig, weil ich dabei lese:<i>und er es Gott ableugnet</i>; und für das er nicht haftbar ist, ist man frei, weil ich dabei lese: <i>und es ableugnet</i> <i>seinem Nächsten</i>.
יד אמר ליה כלפי לייא
14 Da sprach er zu ihm: Wohin denn,